Wie kann man sich gegen eine HPV-Infektion schützen? Welche Impfstoffe gibt es?

vaccine-789890_1280Die HP-Viren werden in den meisten Fällen durch Sexualkontakte übertragen. In der Regel sollte ein Kondom vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen, doch in diesem Fall kann die Benutzung eines Kondoms lediglich 50% der Infektionen verhindern, wodurch man den HP-Viren vollkommen ausgeliefert ist. Infektionen mit den HP-Viren können unter Umständen Krebsvorstufen entwickeln oder sogar zu bösartigen Tumoren führen. Daher war die Möglichkeit zur Impfung gegen diese Viren ein großer Fortschritt in der Krebsprävention. Zur Zeit sind zwei Impfstoffe gängig, zum einen Gardasil und zum anderen Cervarix. Beide Impfstoffe wirken gegen die Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18, die für 70% der Infektionen verantwortlich sind. Ersteres schützt die Geimpfte weiterhin gegen die beiden Warzenerreger, die HPV 6 und 11. In den USA wurde der Impfstoff Gardasil 9 Ende 2014 zugelassen, der gegen insgesamt neun Typen der HP-Viren schützt, jedoch bei uns noch nicht erhältlich ist. Eine Impfung schützt zwar nicht zu 100% vor einer Infektion mit den HP-Viren, sie senkt Risiko jedoch enorm.

Wann ist eine Impfung sinnvoll? Welche Nebenwirkungen gibt es?

Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren sollten sich unbedingt vor ihrem ersten Geschlechtsverkehr gegen die HP-Viren impfen lassen, da das Ansteckungsrisiko in jungen Jahren sehr hoch ist. Mädchen bis 14 müssen sich nur 2 mal impfen lassen. Die zwei Einzelimpfungen sollten innerhalb eines halben Jahres gegeben werden. Ab 14 (Gardasil) bzw. 15 (Cervarix) sollte man sich allerdings 3 mal impfen lassen. Die beiden Impfstoffe sind bisher sehr gut verträglich. Sie enthalten leere Virushüllen, die gentechnisch hergestellt wurden. Dem Immunsystem wird dadurch ein echtes Virus vorgespielt. Es findet allerdings keine Vermehrung der Viren statt. Die Impfstoffe lösen keine Infektion aus. Durch die Impfung wurden bisher lediglich die üblichen Nebenwirkungen, wie leichte Rötungen oder Schwellungen, ein wenig Juckreiz oder leichte Schmerzen an der Injektionsstelle festgestellt.

Auch über eine Impfung der Jungen ab 9 Jahren wird nachgedacht. Schließlich übertragen sie das HP-Virus. Durch eine Impfung von Mädchen und Jungen könnte das Virus komplett ausgerottet werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten allerdings nur für Mädchen zwischen 9 und einschließlich 17 Jahren. Manche Krankenkassen finanzieren die Impfung allerdings sogar bis zu einem Alter von 26 Jahren.