Der PAP-Test und was er leistet

Der PAP-Test gehört in Deutschland zu den wichtigsten Routineuntersuchungen der Gynäkologie. Er dient als Vorsorgetest in der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Die meisten Frauen erhalten im Laufe ihres Lebens einen auffälligen Befund. Allerdings ist dies noch keine Krebs-Diagnose. Oft sind harmlose Entzündungen verantwortlich.

Die Funktionsweise des Tests

uterus-1089344_1280Zunächst entnimmt der Arzt mit einem speziellen Spatel oder einer Bürste oberflächliche Zellen der Gebärmutterhalsschleimhaut. Im Labor werden die Schleimhautzellen auf einer Glasplatte gefärbt und mikroskopisch untersucht. Anschließend erfolgt eine Einteilung von PAP I (Normalbefund) bis PAP V (eindeutig bösartige Tumorzellen). Der 1928 von George Papanicolaou entwickelte Test galt lange als Goldstandard. Allerdings ist der PAP-Test nicht perfekt. Nur die häufige und regelmäßige Wiederholung steigert die ungenügende Sensitivität auf etwa 90 Prozent.

Die unterschiedlichen Befunde und was sie bedeuten

Erhält eine Frau den Befund PAP 0, ist der Abstrich nicht ausreichend und muss wiederholt werden.

Der Befund PAP I erfolgt bei völlig gesund aussehen Zellen. Eine erneute Untersuchung muss erst in einem Jahr erfolgen.

Bei PAP II sind einzelne Zellen mit unbedeutenden Veränderungen nachweisbar. Meist liegt eine leichte Entzündung oder ein Keimbefall vor, hier kann eine lokale Behandlung erfolgen. Seit 2015 erfolgt eine weitere Unterteilung, die darauf hinweist, welche Zellen auffällig sind: PAP-II-p, II-g oder II-e. Ob und wann eine weitere Untersuchung stattfindet, entscheidet der Arzt nach weiteren Begleitumständen.

Die Einteilung des Befunds in PAP III bedeutet für die Patientin die kurzfristige Wiederholung des Tests. Es sind Zellveränderungen nachweisbar, die sich nicht eindeutig als bös- oder gutartig einstufen lassen.
Der Befund IIID steht für leichte bis mittelschwere Zellveränderungen. Diese sogenannte Dysplasie bedeutet, dass noch keine Krebserkrankung vorliegt. Jedoch besteht ein Risiko, dass sich ein Karzinom entwickelt. Nach der erstmaligen Beurteilung in PAP IIID erfolgt zunächst eine regelmäßige Kontrolle. Bleibt der Befund unverändert, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe.

Liegen starke Zellmutationen vor, erfolgt der Befund PAP IVa. Es besteht der Verdacht auf eine Krebsvorstufe. Sofern nicht sicher ausgeschlossen ist, dass tiefere Schichten der Gebärmutterschleimhaut verändert sind, lautet der Befund PAP IVb. Weitere Untersuchungen und eine Biopsie werden unbedingt empfohlen.

Bei PAP V sind bösartige Tumorzellen im Abstrich nachweisbar. Nach diesem Befund erfolgt die sofortige Koloskopie, die Spiegelbetrachtung der Scheide und des Muttermundes, sowie eine Gewebeentnahme.

Die Einteilung der Gewebeveränderung nach der Biopsie
Ist der PAP-Test auffällig, wird das Gewebe auf Zellveränderungen genauer untersucht. Je nach Schweregrad teilt das Labor sie in drei sogenannte CIN-Stadien ein: CIN I und II entsprechen der PAP-Gruppe IIID – leichte bis mittelschwere Zellveränderungen, die sich von selber zurückbilden können. CIN III lässt sich den PAP-Gruppen IVA und IVB zuordnen, hier besteht ein hohes Risiko, dass sich ein invasiver Gebärmutterhalskrebs entwickelt.